Zeitmanagement für Therapeut:innen: 5 praktische Tipps
Effektives Zeitmanagement in der Praxis: Von der Terminplanung bis zur Dokumentation - so gewinnst du wertvolle Stunden zurück.
Zwischen Therapiesitzungen, Dokumentation und Supervision bleibt oft wenig Zeit zum Durchatmen. Dabei ist gerade für Therapeut:innen die eigene Balance essentiell. Hier sind fünf praktische Tipps für besseres Zeitmanagement.
1. Dokumentation sofort oder gar nicht
Das größte Zeitloch in vielen Praxen: aufgeschobene Dokumentation. Nach einer intensiven Sitzung möchte man erstmal durchatmen - verständlich. Doch je länger die Dokumentation aufgeschoben wird, desto mehr Zeit kostet sie später.
Die Lösung:
- Plane 15 Minuten nach jeder Sitzung für Dokumentation ein
- Nutze Stichpunkte während der Sitzung (sofern therapeutisch vertretbar)
- Setze auf KI-gestützte Tools, die aus Stichpunkten vollständige Protokolle erstellen
Eine Sitzung, die um 14:00 Uhr endet, sollte um 14:15 Uhr dokumentiert sein - nicht um 20:00 Uhr abends.
2. Batching: Ähnliche Aufgaben bündeln
Das ständige Wechseln zwischen verschiedenen Aufgabentypen kostet mental Energie. Effektiver ist es, ähnliche Tätigkeiten zu bündeln:
Beispiel für einen strukturierten Praxistag:
| Zeit | Aufgabe |
|------|---------|
| 08:00-08:30 | E-Mails & Admin |
| 08:30-12:30 | Therapiesitzungen (mit Dokumentationspausen) |
| 12:30-13:30 | Mittagspause |
| 13:30-17:30 | Therapiesitzungen (mit Dokumentationspausen) |
| 17:30-18:00 | Tagesabschluss & Vorbereitung morgen |
3. Die Zwei-Minuten-Regel anwenden
Übernommen aus David Allens "Getting Things Done": Wenn eine Aufgabe weniger als zwei Minuten dauert, erledige sie sofort.
Beispiele:
- Kurze E-Mail beantworten → sofort
- Termin bestätigen → sofort
- Dokument ablegen → sofort
Was länger dauert, kommt auf eine Liste mit festem Zeitblock.
4. Nein sagen lernen
Therapeut:innen sind oft besonders empathisch - das macht den Beruf aus. Doch diese Stärke kann zur Schwäche werden, wenn es um Grenzen geht:
- Notfalltermine nur bei echten Notfällen
- Überstunden nicht zur Regel werden lassen
- Zusatzaufgaben kritisch prüfen
Ein ausgebrannter Therapeut hilft niemandem. Die eigene Balance ist Voraussetzung für gute therapeutische Arbeit.
5. Digitale Tools strategisch einsetzen
Die richtige Software kann Stunden pro Woche sparen:
Terminverwaltung
- Online-Buchungssysteme reduzieren Telefonate
- Automatische Erinnerungen verringern No-Shows
- Kalender-Synchronisation verhindert Doppelbuchungen
Dokumentation
- KI-gestützte Protokollierung spart bis zu 10 Stunden/Woche
- Vorlagen für wiederkehrende Dokumenttypen
- Spracherkennung für schnellere Eingabe
Praxisorganisation
- Digitale Klientenakten
- Strukturierte Ablage
- Effiziente Praxisverwaltung
Bonus: Der Wochenrückblick
Nimm dir jeden Freitag 15 Minuten für einen Wochenrückblick:
- Was lief gut?
- Wo habe ich Zeit verloren?
- Was möchte ich nächste Woche anders machen?
Diese kleine Routine führt langfristig zu großen Verbesserungen.
Fazit
Gutes Zeitmanagement ist keine angeborene Fähigkeit - es ist erlernbar. Starte nicht mit allen Tipps gleichzeitig. Wähle einen aus, setze ihn zwei Wochen um, und füge dann den nächsten hinzu.
Die gewonnene Zeit gehört dir: für Klientinnen und Klienten, für Weiterbildung, oder einfach für dich selbst.